Was
zum Teufel ist eigentlich Maifest?
Und was passiert da???
Diese Frage stellt sich wohl jeder, der nicht aus Habbelrath
kommt, neu hinzugezogen ist oder zum erstenmal mit dem Gedanken
spielt einmal mitmachen zu wollen.
Auf dieser Seite erfahrt ihr nun, was genau die Maigesellschaft
ausmacht und was für Aktivitäten im Jahr geboten
werden...
Kennenlernabend:
Alles beginnt im Februar mit einem "Kennenlernabend".
Alle interessierten Jugendlichen oder die, die es werden wollen,
haben die Gelegenheit in ungezwungener Atmosphäre hineinzuschnuppern.
Weil die Stimmung meist noch etwas gedämft ist, da man
sich z.T. noch fremd ist, findet im März ein zweiter
Kennenlernabend statt.
Auf diesem zweiten Kennenlernabend herrscht dann meistens
eine etwas ausgelassenere Stimmung, da sich alle schon einmal
beschnuppert haben. Dort haben die "Neuen" dann
die Möglichkeit, die "Alten Hasen" mit Fragen
zu löschern, oder sich Bilder und Videos von vergangenen
Maifesten anzugucken.
Das wichtigste an diesen Abenden ist aber, dass sich jeder,
der Interesse am Maifest hat in eine Liste einträgt.
Das gilt besonders für die Mädchen, da ja niemand
versteigert werden soll, der eigentlich überhaupt nicht
mitmachen will.
Versteigerung:
Ende März ist es dann soweit. Die Mädchen sitzen
ungeduldig zu Hause und warten. Denn dann treffen sich die
Junggesellen des Dorfes und ersteigern sich das Mädchen,
mit dem sie den Mai verbringen wollen. Wenn jedes Mädchen
versteigert wurde, ziehen die Junggesellen mit Trommeln und
Trompeten durchs Dorf, um sich ihren ersteigerten Frauen zu
zeigen. Dabei ist es Brauch, dass vor dem jeweiligen Haus
des ersteigerten Mädchens folgender Ruf erschallt: "Ich
wejs och jet!", "Wat wejste dann?", "Dat
die ... och eene Maimann hätt", "Wer is dat
dann?", "Dat is der ...!". Dies ist die Erlösung
für die Mädchen.
Viele haben Angst, nicht ersteigert zu werden. Doch dies ist
unberechtigt. In den letzten Jahren hat es Karl Schwartz immer
geschafft, dass jede einen Maimann bekam. Ihm sei auch Dank,
dass er sich Jahr für Jahr als Ussklöpper zur Verfügung
stellt.
Nach dem Ausrufen versammeln sich Maimänner und frisch
ersteigerte Maifrauen an einem zentralen Punkt, um weiter
zu feiern. Zwar stehen die meisten Jungs schon nicht mehr
ganz aufrecht, da es an jeder Station etwas zu trinken gibt,
aber das tut der guten Stimmung keinen Abbruch.
Frühstück:
Da die Eltern gerne den Mann kennenlernen wollen, der ihre
Tochter ersteigert hat, ist es Tradition, dass das Mädchen
den Jungen zum Osterfrühstück einlädt.
Tanzabend:
Insbesondere Neulinge, aber auch altgediente Mitglieder der
Maigesellschaft, die nicht so gut tanzen können, bekommen
hier Nachhilfe. Wir finden uns zu einem Tanzabend zusammen.
Dort werden die wichtigsten Schritte des Discofox und Walzer
gelernt. (Keine Angst, wir wollen keine Profis!) Nachdem auch
der letzte Zweilinksfüßler es gelernt hat, klingt
der Abend mit einem gemütlichen Beisammensein aus.
Bäume holen
und aufstellen:
Alle Mitglieder der Maigesellschaft treffen sich am 30. April
zum Bäume aufstellen und schmücken. Die Maijungen
fahren am frühen Nachmittag in den Wald, um die Bäume
für die Königin, die Magd und den Dörpremmel
zu holen.
Die Maimädels treffen sich in dieser Zeit auf dem Dorfplatz,
schneiden die Bänder für die Bäume zurecht
und warten auf ihre Männer.Wenn diese dann eintreffen,
wird zuerst der Baum des Dörpremmels geschmückt
und aufgestellt. Dazu bedarf es viel Platz. Es wird schonmal
die Hauptstrasse blockiert, sehr zur Freude unseres Dorfsheriffs
Herrn Esser. Die Befehle ziehen und loslassen werden schonmal
vertauscht. Alles in allem ist es eine "Mordsgaudi"!
Danach geht es weiter zu Königin und Magd, um dort die
Bäume aufzustellen.
Maiwache:
Natürlich müssen die Bäume bewacht werden,
um mögliche Holzfäller aus benachbarten Dörfern
davon abzuhalten, die Bäume mutwillig zu fällen.
Man beschäftigt sich in der Nacht mit pendeln zwischen
Maikönigin, Maimagd und Dorfplatz. An jedem Baum wird
man mit Getränken und Gulaschsuppe zum Aufwärmen
versorgt. Später in der Nacht gehen die Maimänner
los, um ihren Maifrauen einen Baum an deren Haus zu setzen.
Jede Maifrau hat das Recht auf einen schön geschmückten
Maibaum von ihrem Maimann. Morgens um 6:00 Uhr ist die harte
Nacht dann vorbei. Kein Baum darf mehr gefällt werden!
So schreibt es ein ungeschriebenes Gesetz vor.
Und was geschieht jetzt im im eigentlichen Festmonat, dem
Mai??